<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Cleantech Magazin</title>
	<atom:link href="http://www.cleantech-magazin.de/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.cleantech-magazin.de</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Fri, 25 Mar 2011 09:40:36 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.0</generator>
		<item>
		<title>Energie aus Plastik</title>
		<link>http://www.cleantech-magazin.de/2011/03/15/energie-aus-plastik/</link>
		<comments>http://www.cleantech-magazin.de/2011/03/15/energie-aus-plastik/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 15 Mar 2011 09:24:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CTM-Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Investments]]></category>
		<category><![CDATA[Recycling]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.cleantech-magazin.de/?p=389</guid>
		<description><![CDATA[Die Welt ein bisschen sauberer machen und dabei noch Geld verdienen. Der Öko-Energie Umweltfonds 1 will aus Kunststoffabfällen einen öligen Energieträger produzieren ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Welt ein bisschen sauberer machen und dabei noch Geld verdienen. Der Öko-Energie Umweltfonds 1 will aus Kunststoffabfällen einen öligen Energieträger produzieren </strong></p>
<p>Der Ölpreis wird weiter steigen, darüber sind sich die Experten einig. Unabhängig von den Unruhen in Libyen spricht der stetig steigende Energiebedarf für sich, vor allem von Indien und China, aber auch in den aufstrebenden lateinamerikanischen Staaten. Asiens Ölverbrauch soll bereits 2012 zwischen 42 und 46 Prozent des globalen Verbrauchs ausmachen. In 20 Jahren, so prophezeien Experten der Unternehmensberatung McKinsey, wird die Hälfte des weltweiten Ölverbrauchs auf Asien entfallen. In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Ölpreis bereits verdreifacht. Statt Öl teuer aus der Erde zu saugen, kann man es auch aus Kunststoffabfällen gewinnen. Genau das ist der Geschäftszweck des Öko-Energie Umweltfonds 1.<br />
Im Detail: Aus verschiedenen schwer recyclefähigen Kunststoffabfällen mit einem energetischen Wirkungsgrad von 20 Prozent wird durch Thermolyse ein Produktöl vergleichbar mit Heizöl nach DIN-Vorschrift produziert. Es hat einen energetischen Wirkungsgrad von 95 Prozent. Aus 100 kg Kunststoffabfall entstehen mit Hilfe der sogenannten Syntrol-Anlagen rund 85 Liter Produktöl. Die erste kommerzielle Pilotanlage ist bereits 2005 in der Schweiz in Betrieb gegangen. Das erzeugte Öl wird anschließend wieder in den Energiekreislauf zurückgeführt.</p>
<p><strong><a href="http://www.cleantech-magazin.de/wp-content/uploads/2011/03/Infogrtafik-Energie-aus-Plastik.jpg">&gt;&gt; Infografik: Öl aus Plastik</a></strong></p>
<p>Das durch die Syntrol-Thermolyse gewonnene Produktöl kann in zwei Fraktionen aufgeteilt werden. Die große Fraktion entspricht in den chemischen und physikalischen Eigenschaften dem Heiz- oder Altöl. Die kleine Fraktion ist Benzin und Kerosin. Verfahrensbedingt wird zudem ein gewisser Anteil Koks produziert. Dieser Koks besitzt einen kohleähnlichen Heizwert und kann entsprechend industriell weiterverarbeitet werden. Als Abnehmer kommen beispielsweise Betreiber von Blockheizkraftwerken oder Produktionsfirmen, etwa Zementwerke infrage.</p>
<p>Rohstoff ist genug vorhanden: In Deutschland fallen pro Person rund 300 bis 500 Kilogramm Müll im Jahr an. Davon sind 7 bis 15 Prozent Plastikabfälle. In mediterranen Ländern kann der Anteil sogar auf bis zu 20 Prozent steigen. Insgesamt werden in Deutschland 18 Millionen Tonnen Kunststoffe pro Jahr produziert und auf den Markt gebracht. 4,5 Millionen Tonnen der Kunststoffabfälle gelangen in das Wertstoff-Recycling und die Müllverbrennung. Damit könnten rund 3 bis 5 Prozent des derzeitigen Rohölimportes in Deutschland ersetzt werden.</p>
<p>Die Zulieferung benötigter Abfallstoffe ist nicht konjunkturabhängig, der Markt ist konstant. Öffentliche Verwaltungen, Alten- und Pflegeheime, Krankenhäuser sowie Großwohnanlagen in der Umgebung des Mannheimer Standortes erzeugen mehr als genug Kunststoffabfall.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.cleantech-magazin.de/2011/03/15/energie-aus-plastik/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>„Der Markt ist groß, aber nicht leicht investierbar“</title>
		<link>http://www.cleantech-magazin.de/2011/03/15/%e2%80%9eder-markt-ist-gros-aber-nicht-so-leicht-investierbar%e2%80%9c/</link>
		<comments>http://www.cleantech-magazin.de/2011/03/15/%e2%80%9eder-markt-ist-gros-aber-nicht-so-leicht-investierbar%e2%80%9c/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 15 Mar 2011 09:13:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CTM-Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Investments]]></category>
		<category><![CDATA[Entsorgung]]></category>
		<category><![CDATA[Recycling]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.cleantech-magazin.de/?p=381</guid>
		<description><![CDATA[Müll und Moneten. Das Cleantech Magazin sprach mit Pieter Busscher, Manager des SAM Smart Materials (WKN: A0BL6T), 2010 einer der besten Cleantech-Fonds, über Recycling und Entsorgung als Investmentthema]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Müll und Moneten. Das Cleantech Magazin sprach mit Pieter Busscher, Manager des SAM Smart Materials (WKN: A0BL6T), 2010 einer der besten Cleantech-Fonds, über Recycling und Entsorgung als Investmentthema<br />
</strong></p>
<p><strong>Cleantech Magazin: Sie haben den Bereich Recycling und Entsorgung mit </strong><strong>10 Prozent gewichtet. Wann erhöhen Sie?</strong></p>
<p><strong>Pieter Busscher:</strong> Das kommt auf den Portfoliokontext an. Um in die Big Player auf diesem Markt zu investieren, etwa in Veolia, Waste Management oder Suez Environnement, muss ich pessimistischer werden, was die Entwicklung an den Börsen betrifft.</p>
<p><strong>Warum?</strong></p>
<p>Das sind keine Wachstumswerte, sondern eher defensive Titel. Sie verlieren auch in einer Krise nicht stark und liefern eine gute Dividendenrendite von 5 bis 6 Prozent. Mehr aber auch nicht.</p>
<p><strong>Sie sind aber optimistisch. Warum kaufen Sie nicht Wachstumstitel?</strong></p>
<p>Insgesamt ist der Markt für Recycling und Entsorgung zwar recht groß, aber die meisten Firmen sind in privater oder öffentlicher Hand und nicht an der Börse notiert. Der Markt ist nicht so leicht investierbar.</p>
<p><strong>Wo finden Sie dann überhaupt Wachstumstitel?</strong></p>
<p>Vor allem in Asien und den Schwellenländern. Die Wirtschaft dort wächst rasant und der Müllberg wächst mit. Zudem ändert sich die Zusammensetzung des Abfalls, weil sich die Menschen immer mehr leisten können. Der Brennwert des Mülls steigt, damit wird er für die Strom- und Wärmeproduktion immer interessanter.</p>
<p><strong>Wo ist das Problem?</strong></p>
<p>Trotz großem Wachstum können die Unternehmen auch leicht in Probleme geraten. Attraktiv finden wir darum Firmen wie China Everbright. Deren Muttergesellschaft ist eine Bank, die dem Staat gehört. Da haben wir schon mal größere Sicherheit.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.cleantech-magazin.de/2011/03/15/%e2%80%9eder-markt-ist-gros-aber-nicht-so-leicht-investierbar%e2%80%9c/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Schatzsuche auf dem Müllberg</title>
		<link>http://www.cleantech-magazin.de/2011/03/15/schatzsuche-auf-dem-mullberg/</link>
		<comments>http://www.cleantech-magazin.de/2011/03/15/schatzsuche-auf-dem-mullberg/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 15 Mar 2011 08:56:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CTM-Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Technologien]]></category>
		<category><![CDATA[Geoengineering]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.cleantech-magazin.de/?p=374</guid>
		<description><![CDATA[Je teurer die Rohstoffe, umso attraktiver wird das Schürfen auf Deponien, in Gebäuden und Telekomnetzen. Urban Mining nutzt die Stadt als Rohstoffquelle. Ein neuer Wirtschaftszweig entsteht ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Je teurer die Rohstoffe, umso attraktiver wird das Schürfen auf Deponien, in Gebäuden und Telekomnetzen. Urban Mining nutzt die Stadt als Rohstoffquelle. Ein neuer Wirtschaftszweig entsteht<br />
</strong><br />
 Deutschland ist ein rohstoffarmes Land. Doch an unerwarteter Stelle schlummern große, unerschlossene Lagerstätten: Auf Mülldeponien, in Gebäuden und in Infrastrukturen wie den Verkehrs-, Trink- und Abwassernetzen- sowie in Strom-, Gas- und Fernwärmenetzen. Je stärker die Rohstoffpreise steigen, umso attraktiver wird es, die städtischen Minen auszubeuten. Urban Mining nennt man das.</p>
<p>Der gesamte Bau- und Infrastrukturbestand einer Volkswirtschaft wird dabei als potenzielles Rohstofflager betrachtet. Die Wertstoffe sollen wieder in den Produktionsprozess zurückgeführt werden. Anders als das abfallwirtschaftliche Recycling orientiert sich Urban Mining damit deutlich stärker an einer Gesamtsystemanalyse von Rohstoffgewinnung, Produktion, Konsum und  Abfallwirtschaft.</p>
<p>Das Potenzial ist enorm. Bereits heute ersparen Entsorgung und Recycling der deutschen Volkswirtschaft Rohstoff-Importe von rund 4,2 Milliarden Euro pro Jahr. Das Recycling von Abfällen spart rund 20 Prozent der Kosten für Metallrohstoffe und 3 Prozent der Kosten für Energieimporte. Urban Mining schützt außerdem die Umwelt: So haben Wissenschaftler im Auftrag des Naturschutzbund Deutschland errechnet, dass das Recycling unterschiedlicher Abfälle seit 1990 über 46 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart hat, ein Viertel dessen also, was ganz Deutschland seitdem an Treibhausgasen eingespart hat.</p>
<p><a href="http://www.cleantech-magazin.de/wp-content/uploads/2011/03/Auf-Halde.jpg"><strong>&gt;&gt; Infografik: Wie viele Rohstoffe liegen auf Halde?</strong></a></p>
<p>Und noch sind bei Weitem nicht alle Potenziale von Urban Mining erschlossen. Dies hat mehrere Gründe:</p>
<ul>
<li>Das Bauschuttrecycling ist vom Tagesgeschäft und von den gesetzlichen Vorgaben zum Bauschuttrecycling geprägt. Strategische Aspekte der Rohstoffrückgewinnung sind bei den Akteuren nur in geringem Maße verankert. Es gibt kaum Kooperationen zwischen Recycling- und Rohstoffwirtschaft.</li>
<li>Bezogen auf die Potenziale gibt es erhebliche Informationsdefizite. Zwar gibt es erste Studien, welche Materialien wo verbaut wurden. Diese Analysen konzentrieren sich aber auf die Hauptmasseströme wie Steine und Beton sowie auf Massemetalle wie Stahl und Kupfer. Über die eingesetzten Edelmetalle und seltenen Metalle weiß man jedoch recht wenig. Auch inwieweit sich der Bestand durch technische Modernisierung der Gebäude und Infrastrukturen verändert, ist bisher nicht untersucht worden.</li>
<li>Bei der Bauplanung wird noch zu wenig Aufmerksamkeit auf den<em> </em>Einsatz von<em> </em>Stoffen und Materialien gelegt. Wir brauchen neue Leitbilder für das Design von Gebäuden hinsichtlich der Recyclingfähigkeit, Infrastrukturen, Wirtschaftskreisläufe und räumlicher Arbeitsteilung.</li>
</ul>
<p>Derzeit wird in Deutschland noch kein systematisches Urban Mining betrieben, aber der Druck, diese Rohstoffquelle zu erschließen, wird weiter steigen. Wir rechnen vor allem mit einer systematischeren Suche nach sogenannten kritischen Rohstoffen, etwa nach Technologiemetallen wie Indium oder Germanium und seltenen Erden wie Lanthan oder Neodym. Hier wird die Versorgung immer unsicherer und die damit verbundenen negativen wirtschaftlichen Effekte  sind besonders hoch.</p>
<p>Dabei besteht allerdings die Gefahr des „Rosinenpickens“: Wertvolle Metalle werden zurückgewonnen, zurück bleiben Mischabfälle, deren Entsorgung nach gesetzlichen Vorgaben mit erheblichen Kosten verbunden ist. Vor diesem Hintergrund sind integrierte, ganzheitliche Geschäftsmodelle im Urban Mining Management gefragt, die sich am Gesamtziel einer nachhaltigen Wirtschaft orientieren.</p>
<p>Urban Mining ist für alle Beteiligten eine Herausforderung. Dies fängt bei der Bauplanung und Stadtentwicklung an, wo es darum geht, möglichst recycling- und kreislauffähige Materialien einzusetzen. Es endet bei den auf Rückbau spezialisierten Unternehmen, die mit neuen Technologien weitere wertvolle Materialien zurückgewinnen können.</p>
<p>Autor: Rainer Lucas, Projektleiter am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie</p>
<p>&gt;&gt; www.wupperinst.org</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.cleantech-magazin.de/2011/03/15/schatzsuche-auf-dem-mullberg/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Für die Tonne gemacht</title>
		<link>http://www.cleantech-magazin.de/2011/03/15/fur-die-tonne-gemacht/</link>
		<comments>http://www.cleantech-magazin.de/2011/03/15/fur-die-tonne-gemacht/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 15 Mar 2011 08:04:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CTM-Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Technologien]]></category>
		<category><![CDATA[Geplanter Verschleiß]]></category>
		<category><![CDATA[planed Obsolescence]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.cleantech-magazin.de/?p=364</guid>
		<description><![CDATA[Nur wenn immer wieder Neues gekauft wird, läuft die Wirtschaft. Langlebige Produkte sind Wachstumsbremsen. Viele Firmen lassen ihre Produkte darum absichtlich schneller altern oder werben für angeblich Innovatives  ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nur wenn immer wieder Neues gekauft wird, läuft die Wirtschaft. Langlebige Produkte sind Wachstumsbremsen. Viele Firmen lassen ihre Produkte darum absichtlich schneller altern oder werben für angeblich Innovatives  <br />
</strong></p>
<p>Offiziell hat es nie existiert. Das Phoebus-Kartell, ein Zusammenschluss der Glühlampenhersteller General Electric, Osram, Philips, Tungsram, Compagnie des Lampes und Associated Electrical Industries, der Anfang des 20. Jahrhunderts die Glühbirnenproduktion steuerte. Eine der ersten Absprachen war, die Lebensdauer einer Glühlampe auf 1.000 Stunden zu begrenzen. In einigen Ländern musste die Lebensdauer der Lampen daraufhin drastisch gesenkt werden. Gleichzeitig wurden die Preise der Glühlampen erhöht, da es keine Konkurrenz gab, die bessere Produkte hätte liefern können.</p>
<p>Die Glühbirne, bis heute kein Produkt für die Ewigkeit, ist eines der ersten Beispiele für den Verschleiß, der Teil einer Produktstrategie wird. Bei der Herstellung werden bewusst Schwachstellen eingebaut oder Rohstoffe schlechter Qualität eingesetzt. Das Produkt wird dadurch schnell schad- oder fehlerhaft, kann nicht mehr in vollem Umfang genutzt und muss ersetzt werden. Geplanter Verschleiß oder geplante Obsoleszenz nennt man das.</p>
<p><a href="http://www.cleantech-magazin.de/wp-content/uploads/2011/03/Geplanter-Verschleiß.jpg"><img class="size-full wp-image-370 alignleft" title="Geplanter Verschleiß" src="http://www.cleantech-magazin.de/wp-content/uploads/2011/03/Geplanter-Verschleiß.jpg" alt="Geplanter Verschleiß" width="320" height="445" /></a></p>
<p>Als ein weiteres Beispiel der ersten Stunde des „geplanten Verschleißes“ gilt ein Auto: der 1923er Chevrolet von General Motors (GM). Der Hintergrund: Seit 1908 wurde der US-Automarkt vom Ford T beherrscht. Er war billig, robust und so einfach gebaut, dass er sich leicht reparieren ließ. Doch sein Erfolg wurde, auch für Ford, zum Problem: 1920 hatten 55 Prozent aller US-amerikanischen Haushalte – praktisch alle, die es sich leisten konnten – ein Modell T, und so schnell brauchten sie kein neues.</p>
<p>GM wollte Ford Paroli bieten. Doch ein besseres Auto als den Ford T konnte man nicht bauen, also baute GM ein schöneres. Der 1923er Chevrolet ließ den Ford T wie einen Traktor aussehen. Doch damit nicht genug: GM führte die Jahreswagen ein. Jedes Jahr kam ein neues Modell auf den Markt, das die Chevys des Vorjahres alt aussehen ließ. Dadurch kauften die Menschen schneller als nötig ein neues Auto. Ford geriet in Bedrängnis.</p>
<p>Neue Dimensionen hat die Wegwerfgesellschaft mit der Elektronik erreicht. Geräte ohne austauschbare Akkus und Drucker, die nur eine vorher festgelegte Zahl von Seiten drucken, sind nur einige Beispiele. Pro Jahr müssen weltweit 300 Millionen Computer entsorgt werden. Das sind riesige Abfallberge. Bei der Entsorgung dieses Elektroschrotts entstehen große Mengen Schadstoffe, die die Gesundheit von Mensch und Tier gefährden. Apple steht dabei in der ersten Reihe. „Wenn Sie immer den neusten und besten haben wollen, müssen Sie mindestens einen iPod pro Jahr kaufen“, so Steve Jobs in einem Interview.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.cleantech-magazin.de/2011/03/15/fur-die-tonne-gemacht/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>„Wir brauchen eine Recyclingwirtschaft“</title>
		<link>http://www.cleantech-magazin.de/2011/03/15/%e2%80%9ewir-brauchen-eine-recyclingwirtschaft%e2%80%9c/</link>
		<comments>http://www.cleantech-magazin.de/2011/03/15/%e2%80%9ewir-brauchen-eine-recyclingwirtschaft%e2%80%9c/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 15 Mar 2011 07:34:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CTM-Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Technologien]]></category>
		<category><![CDATA[Entsorgung]]></category>
		<category><![CDATA[Recycling]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.cleantech-magazin.de/?p=355</guid>
		<description><![CDATA[Kreislauf statt Kippe. Das Cleantech Magazin sprach mit Abfall-Experte Günter Dehoust vom Öko-Institut über die Klimawirkung der Müll-Wirtschaft]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Kreislauf statt Kippe. Das Cleantech Magazin sprach mit Abfall-Experte Günter Dehoust vom Öko-Institut über die Klimawirkung der Müll-Wirtschaft<br />
</strong></p>
<p><strong>Cleantech Magazin: Herr Dehoust, machen die bunten Tonnen für Papier, grünen Punkt und Bioabfall die Umwelt wirklich sauberer?</strong></p>
<p><strong>Günter Dehoust:</strong> Ja, auf jeden Fall. 1990 hat die deutsche Abfallwirtschaft das Klima noch mit knapp 38 Millionen Tonnen Treibhausgasen belastet. Inzwischen entlastet sie das Klima von 18 Millionen Tonnen – jedes Jahr. Das ist so viel wie 7,7 Millionen Fahrzeuge oder fast 20 Prozent der in Deutschland zugelassenen Pkws ausstoßen.</p>
<p><strong>Wie haben Sie das berechnet?</strong></p>
<p>Wir haben auf der einen Seite die Kosten, in Form der Emissionen, bilanziert, etwa für die Müllsammlung und den Sprit der Müllwagen. Dagegen haben wir die Gewinne, die Einsparungen, gerechnet: Wie viel Energie produzieren Müllverbrennungsanlagen, mit der Kohlekraftwerke ersetzt werden können. Wie viel Material muss nicht neu, mit viel Energie produziert werden, sondern kann durch Recyclingmaterial ersetzt werden.<br />
<strong><br />
Bringt mehr Recycling noch mehr fürs Klima?</strong></p>
<p>Ja, durch mehr Recycling, eine noch bessere Verwertung sowie eine effizientere Produktion und Nutzung von Strom und Wärme in den Anlagen können bis 2020 weitere 10 Millionen Tonnen CO<sub>2 </sub>vermieden werden.</p>
<p><strong>Das gilt für Deutschland. Wie sieht es insgesamt in Europa aus?</strong></p>
<p>Deutschland ist einer von Europas Müllmeistern. Anders als hierzulande spielt in vielen europäischen Staaten die Deponierung von unbehandelten Abfällen noch eine große Rolle. Rund 40 Prozent der gesamten Abfallmenge werden in der Europäischen Union einfach auf die Halde gekippt.</p>
<p><strong><a href="http://www.cleantech-magazin.de/wp-content/uploads/2011/03/Entgiftungskur.jpg">&gt;&gt; Entgiftungskur per Gesetz: Deutschlands und Europas Regelwerk</a></strong></p>
<p><strong>Was bedeutet das fürs Klima?</strong></p>
<p>Insgesamt belasten europäische Abfälle auf den Deponien das Klima jedes Jahr mit 80 Millionen Tonnen CO<sub>2</sub>.</p>
<p><strong>Dagegen wird nichts unternommen?</strong></p>
<p>Doch, natürlich. Es gibt ein europäisches Abfallgesetz. Die neue Abfallrahmenrichtlinie 2008 sollte bis Mitte Dezember 2010 von allen Staaten in nationales Recht umgesetzt werden. Sie enthält eine Deponieverordnung, auch wenn diese, anders als in Deutschland, die Deponierung unbehandelter Abfälle nicht komplett verbietet.</p>
<p><strong>Reicht das?</strong></p>
<p>Wir hätten schon deutliche Einsparungen, wenn überhaupt die geltenden Gesetze umgesetzt würden. Noch laufen aber die Übergangsfristen. Wir brauchen in ganz Europa eine Recyclingwirtschaft. Dann könnte das Klima um bis zu 100 Millionen Tonnen CO<sub>2</sub> entlastet werden.</p>
<p><strong>Ist das realistisch?</strong></p>
<p>Wir gehen in die richtige Richtung. Bis man da ist, wo man sein könnte, wird es aber sicher noch 20 Jahre dauern. Das heißt aber nicht, dass in der Zwischenzeit  nichts passiert.</p>
<p><strong>Was sollte stärker gefördert werden?</strong></p>
<p>Die Vermeidung von Abfall. Die Produkte müssen langlebiger werden. Die Garantiezeiten sollten heraufgesetzt werden und es sollte sich wieder lohnen, Produkte zu reparieren. Wir müssen weg von der Masse der Billig- und Wegwerfprodukte. Denkbar sind auch andere Nutzungskonzepte: Leihen statt Kaufen, wie es das beispielsweise bei Carsharing schon gemacht wird, oder bei Druckern und Kopierern.</p>
<p><strong>In Deutschland muss das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz nur noch durch den Bundesrat. Was ändert sich?</strong>Unter anderem wird voraussichtlich die getrennte Erfassung des Bioabfalls vorgeschrieben. Derzeit haben nur etwa 50 Prozent der Bürger eine Biotonne. Wenn wir Kartoffelschalen und Möhrenstrapse einfach in den Restmüll werfen, landen sie am Ende in der Müllverbrennung. Dabei lassen sie sich in Biogasanlagen vergären. So kann in Blockheizkraftwerken Strom und Wärme produziert werden – und das CO<sub>2</sub>-neutral.</p>
<p><strong>Aber dabei bleibt doch auch noch was übrig.</strong></p>
<p>Ja, aber die Reste aus der Biogasanlage können Landwirte und Hobbygärtner als Dünger verwenden. Das ist besser als Torf, dessen Abbau wiederum viel CO<sub>2</sub> freisetzt und Naturgebiete zerstört.</p>
<p><strong>Was ändert sich noch?</strong></p>
<p>Die gelbe Wertstofftonne wird kommen. Da dürfen zusätzlich zu den Verpackungen mit dem Grünen Punkt auch andere verwertbare Materialien hineingeworfen werden, etwa Kinderspielzeug, Schüsseln oder Handwerksbedarf.</p>
<p><strong>&gt;&gt; Öko-Institut: www.oeko.de</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.cleantech-magazin.de/2011/03/15/%e2%80%9ewir-brauchen-eine-recyclingwirtschaft%e2%80%9c/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Gesunder Stoffwechsel</title>
		<link>http://www.cleantech-magazin.de/2010/12/15/gesunder-stoffwechsel/</link>
		<comments>http://www.cleantech-magazin.de/2010/12/15/gesunder-stoffwechsel/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 15 Dec 2010 16:28:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CTM-Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Investments]]></category>
		<category><![CDATA[Technologien]]></category>
		<category><![CDATA[CO2]]></category>
		<category><![CDATA[Emissionen]]></category>
		<category><![CDATA[Kohlendioxid]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.cleantech-magazin.de/?p=299</guid>
		<description><![CDATA[Was ist das Kyoto-Protokoll eigentlich? Wie funktioniert der CO2-Markt? Und dürfen Firmen aus Emissionszertifikaten überhaupt Profit schlagen?

]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Was ist das Kyoto-Protokoll eigentlich? Wie funktioniert der CO<sub>2</sub>-Markt? Und dürfen Firmen aus Emissionszertifikaten überhaupt Profit schlagen?</strong></p>
<p><strong></strong><br />
Das Kyoto-Protokoll ist etwas Einzigartiges. So etwas hat es noch nie gegeben in der Geschichte der Menschheit. Die Weltgemeinschaft hat sich zusammengetan, um für die nächsten Generationen das Klima und damit die Biosphäre möglichst so zu erhalten, wie sie jetzt ist. Um die fortschreitende globale Erderwärmung zu stoppen, müssen die Treibhausgas-Emissionen weltweit gesenkt werden. Gase kennen keine Grenzen. Sie verteilen sich in wenigen Tagen rund um die Welt.</p>
<p>Kohlenstoffdioxid (CO<sub>2</sub>) ist das wichtigste Treibhausgas, und das Kyoto-Protokoll die Grundlage des internationalen CO<sub>2</sub>-Markts. Es sieht drei Instrumente vor, den Ausstoß von Treibhausgasen, allen voran von CO<sub>2</sub>, zu senken: den Emissionshandel, Joint Implementation (JI)<sup>1)</sup> und den Clean Development Mechanism (CDM). Auf einen einheitlichen internationalen CO<sub>2</sub>-Handel hat man sich bisher allerdings nicht einigen können. Die damit einhergehende Begrenzung der Emissionen bei gleichzeitiger Kontrolle der Einhaltung wollen Amerika und die großen Schwellenländer nicht mittragen.</p>
<p>Beim Emissionshandel unterscheidet man den Handel zwischen Staaten, welcher im Kyoto-Protokoll festgelegt wurde vom Emissionshandel zwischen Firmen, der in der Europäischen Union (EU), der Schweiz und an der amerikanischen Ostküste stattfindet. Außerdem haben unter anderem Mexiko, Australien, Japan, Südkorea, China und mehrere Regionen Nordamerikas angekündigt, regionale Handelssysteme aufzubauen. Die Unternehmen werden dabei direkt in die Pflicht genommen.  Der jeweilige Staat vergibt kostenlos oder versteigert an alle am Emissionshandel teilnehmenden Firmen pro Jahr eine festgelegte Menge Emissionszertifikate. Ein Emissionsrecht berechtigt zum Ausstoß einer Tonne CO<sub>2</sub> beziehungsweise einer Tonne CO<sub>2</sub>-Äquivalente. Allein in Europa gibt es rund 12.000 Unternehmen, die direkte Treibhausgas-Senkungs-Ziele haben. Die Verbindung des regionalen Emissionshandelssystems mit dem Kyoto-Protokoll besteht darin, dass sich Unternehmen Reduktionszertifikate aus JI- und CDM-Projekten anerkennen lassen können.<br />
Unternehmen haben die Wahl:</p>
<ol>
<li>Sie können gar nichts tun, und 100 Euro/Tonne Strafe zahlen (das ist mehr als das Fünffache des aktuellen Börsenwerts von CO<sub>2</sub>), für jede Tonne, die sie zu viel emittieren. </li>
<li>Sie können selbst Emissionen senken und modernisieren. Dies ist aber oft sehr teuer. Viele Firmen können sich das nicht leisten.</li>
<li>Sie können innerhalb des regionalen CO<sub>2</sub>-Handelssystem Emissionsrechte kaufen von Firmen, die es geschafft haben, weniger zu emittieren, als ihre Vorgabe ist. Das ist volkswirtschaftlich gesehen kein Freikaufen, sondern Teil eines effizienten Marktes, der entsteht, wenn Emissionen einen Preis bekommen.</li>
<li>Die Unternehmen können auch in Schwellen- und Entwicklungsländern zur Vermeidung von CO<sub>2</sub>-Emissionen beitragen und sich dies als Guthaben anschreiben lassen. Sie kaufen dann im Rahmen des CDM so genannte Certified Emission Reductions (CER).<br />
<strong></strong></li>
</ol>
<p>Das Kyoto-Protokoll steht vor allem für eine freiwillige, massive Verlagerung von Kapital und Technologie von reichen in ärmere Länder: Die reichen Länder (leider mit Ausnahme der USA) haben sich freiwillig verpflichtet, ihre Emissionen zu senken. Ärmere Länder (ja, auch China ist noch ein Schwellenland) können dadurch großflächig saubere Technologien einführen.</p>
<p><strong>Ist das Ablasshandel?<br />
</strong>Durch die Realisierung von konkreten Klimaschutzprojekten in Ländern ohne Reduktionsverpflichtung können verpflichtete Länder und Unternehmen ihre Emissionen senken. Diese Rechte, kurz CER, werden von einem UN-Gremium in Deutschland vergeben und streng kontrolliert. Allein über den CDM wurden bisher 432.000.000 Tonnen CO<sub>2</sub> eingespart, aus über 1.800 Projekten in aller Welt. <br />
<strong></strong></p>
<p>In der Presse wird dies oft als Freikaufen oder Ablasshandel abgetan,  aber in Wirklichkeit ist das global gesehen extrem nützlich. Denn nur so wird sichergestellt, dass mit dem für Klimaschutz eingesetzten Kapital das höchst mögliche Ergebnis in Sachen Treibhausgas-Senkung erreicht wird.</p>
<p>Denn was ist effektiver? Einen Euro hier in Deutschland für die Effizienzsteigerung  eines Kraftwerks mit einem ohnehin schon sehr hohen Wirkungsgrad von über 30 Prozent zu verwenden. Oder diesen Euro in einem Schwellenland zu investieren, in dem der Wirkungsgrad von Kraftwerken weniger als die Hälfte davon beträgt. In den Schwellenländern können mit dem gleichen Betrag zwei- bis dreimal so viel Emissionen gesenkt werden wie hierzulande.</p>
<p>Hinzu kommt, dass in den Schwellenländern derzeit massiv in neue Anlagen investiert wird. Wenn dort Dreckschleudern gebaut werden, müssen wir und die folgende Generation für 30 bis 40 Jahre mit diesen Verschmutzern leben. Stellt man jetzt Geld für saubere Investitionen zur Verfügung, durchbricht man den Zyklus.</p>
<p><strong>So soll es nicht sein<br />
</strong>Manchmal wird der CDM aber auch überstrapaziert, wie bei einigen Projekten mit fluorierten Kohlenwasserstoffen (HFC 23). Für das Neutralisieren von einer Tonne HFC 23 können bis zu 10.000 CER generiert werden, was aktuell einem Wert von rund 100.000 Euro entspricht. Das Absurde daran: Es ist schlichtweg zu  lohnenswert, HFC 23 zu entsorgen. Im Gegenteil, es lohnt sich sogar, es zunächst zu produzieren, nur um hinterher die Emissionen senken zu können. Das ist nicht nur wirtschaftlich völliger Unsinn, sondern auch eine Perversion des CDM. Zum Glück sollen diese Hochprozenter bald aus dem System ausgeschlossen werden.</p>
<p><strong>Starkes System mit kleinen Schwächen<br />
</strong>Ganz ohne Fehler geht es aber auch in Europa nicht. In der Warmlauf-Phase  des  europäischen Handelssystems (ETS) sind durchaus einige Skurrilitäten aufgetreten. Das ist auch nicht verwunderlich. Denn um zu ermitteln, welches Land wie viel Treibhausgase emittiert, und um dann die Emissionen Schritt für Schritt zu senken, muss man in Jahrzehnten und nicht in wenigen Jahren denken. Mit viel Mut zur Lücke wurde daher in Europa als allererster Schritt ein System eingeführt, bei dem die beteiligten Firmen und Länder selbst ihre Emissionen eingeschätzt beziehungsweise gemessen haben. Auf dieser Basis wurden dann entsprechende Sparziele für jedes Land ausgegeben. Leider haben einige Länder etwas sehr tief gestapelt, weil sie einen Wettbewerbsnachteil mit starken Nachbarn wie Deutschland fürchteten.<br />
<strong></strong></p>
<p>Von 2005 bis 2007 gab es eine Test-Phase des ETS. Fehler dieser Phase (der CO<sub>2</sub>-Preis ging beispielsweise zum Ende der Phase gegen Null; damit wurden Emissionssenkungen quasi wertlos) wurden für die folgenden Phasen vermieden. Trotzdem hat man sich für die aktuelle Phase (2008 bis 2012) auf ein System geeinigt, bei dem jedes Land und beteiligte Firma ein gewisses Kontingent an Verschmutzungsrechten kostenlos bekommt. Allerdings nur so viel, dass sie bei einem Business-as-usual-Szenario gezwungen sind, Emissionssenkungen von 5 Prozent vorzunehmen.     </p>
<p>Leider liefen wir mitten in dieser Periode in eine der größten Finanzkrisen aller Zeiten. Viele Firmen haben daher in der Krise weniger Verschmutzungsrechte gebraucht, als ursprünglich gedacht. Denn weniger Produktion bedeutet vereinfacht ausgedrückt niedrigerer Stromverbrauch und damit weniger Emissionen. Dadurch sind zwei sich gegenseitig verstärkende negative Effekte eingetreten:</p>
<ol>
<li>Die Firmen haben die Verschmutzungsrechte verkauft, die sie aufgrund der krisenbedingten Emissionssenkungen nicht brauchten. Da sich die 5 Prozent Emissionssenkung schon automatisch durch die Krise ergeben haben, haben die Firmen mit Verschmutzungsrechten zusätzlich Geld zu verdienen.</li>
<li>Darüber hinaus haben Unternehmen angefangen, Verschmutzungsrechte spekulativ zu verkaufen, um Geld zum Überleben in der Krise zu gewinnen.   Allerdings müssen solche spekulativen Verkäufe später wieder ausgeglichen werden und sorgen nur sehr kurzfristig für mehr Liquidität. Sobald die Wirtschaft und damit der mit der Produktion einhergehende CO<sub>2</sub>-Ausstoß wieder steigen, brauchen die Unternehmen ihre Verschmutzungsrechte wieder zurück.</li>
</ol>
<p><strong>Es wird teuer<br />
</strong>Das hier beschriebene Problem löst sich in der kommenden Handelsperiode (2012 bis 2020) von allein. Denn künftig wird es teuer:<strong> </strong>Vor allem große Verschmutzer wie Stromfirmen müssen die Emissionsrechte dann ersteigern. Nur wenige bekommen noch kostenlose Verschmutzungsrechte. Der Preis für CO<sub>2</sub> selbst wird vermutlich auch deutlich steigen, allerdings gehen die Meinungen der großen Händler und Banken weit auseinander: von  17 Euro/Tonne in 2020 bis zu 85 Euro/Tonne ist alles vertreten. Der steigende Preis wird die Wirtschaft immer stärker zum Klimaschutz drängen. <strong></strong></p>
<p>1)    Anmerkung des Verfassers:  Der Joint Implementation (JI-) Markt wird in diesem Beitrag aus Gründen der Komplexität nicht erwähnt, zumal die EU-Kommission plant, JI-Projekte zu Gunsten von neuen Emissionshandelssystemen aufzugeben.</p>
<p>Autor: Richard Focken, Investment Manager &amp; Carbon Market Advisor von MAMA Sustainable Incubation</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.cleantech-magazin.de/2010/12/15/gesunder-stoffwechsel/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Das Notfallprogramm</title>
		<link>http://www.cleantech-magazin.de/2010/12/15/das-notfallprogramm/</link>
		<comments>http://www.cleantech-magazin.de/2010/12/15/das-notfallprogramm/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 15 Dec 2010 16:04:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CTM-Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Technologien]]></category>
		<category><![CDATA[Geoengineering]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.cleantech-magazin.de/?p=308</guid>
		<description><![CDATA[Geoengineering ist der Plan B gegen den Klimawandel. Wenn die Welt nicht genug CO2 spart, wollen die Klima-Klempner das Treibhausgas wieder aus der Atmosphäre saugen oder die Sonnenstrahlen umlenken. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Geoengineering ist der Plan B gegen den Klimawandel. Wenn die Welt nicht genug CO<sub>2</sub> spart, wollen die Klima-Klempner das Treibhausgas wieder aus der Atmosphäre saugen oder die Sonnenstrahlen umlenken. Das Cleantech Magazin stellt die Notoperationen am Patienten Erde vor</strong></p>
<p>Der Ozean wird das gesamte von Menschen verursachte CO<sub>2</sub> aufnehmen. 60 Mal mehr Kohlenstoff als die Atmosphäre kann er speichern. Wo also ist das Problem? Es dauert leider mehrere tausend Jahre. Denn es braucht seine Zeit, bis das Wasser aus der Tiefe nach oben und mit der Atmosphäre in Kontakt kommt. Die Umwälzbewegung ist zu langsam, um die Erderwärmung in Schach zu halten. Deshalb wollen die Geo-Ingenieure nachhelfen. Das Naheliegende, die direkte Einleitung von CO<sub>2</sub> in den tiefen Ozean, ist jedoch durch internationale Abkommen verboten. Zu groß ist die Angst vor den negativen Auswirkungen auf die lokalen Ökosysteme.</p>
<p>Eine andere Möglichkeit ist die Ozean-Düngung. Damit wird der CO<sub>2</sub>-Gehalt des Oberflächenwassers gesenkt, sodass mehr vom Treibhausgas aufgenommen werden kann. Konkret: Der Dünger lässt Algen wachsen, die dabei CO<sub>2 </sub>aus dem Oberflächenwasser aufnehmen und es mit in die Tiefe ziehen, wenn sie absinken. Der Erfolg dieser Methode ist davon abhängig wie tief die Algen sinken, bevor sie sich zersetzen und das gebundene Treibhausgas wieder freisetzen. Und natürlich auch davon, wie limitiert das Algenwachstum durch Nährstoffe ist. Brauchen die Algen vor allem mehr Licht, um sich stärker auszubreiten, hilft auch keine Düngung.</p>
<p><strong>Algen als Klimaretter<br />
</strong>Zwei Arten des Nährstoff-Dopings gibt es: mit Mikronährstoffen wie Eisen oder mit Makronährstoffen wie Nitrat und Phosphat. Letztere sind allerdings nicht besonders effizient: Forscher haben dafür einige hundert Meter lange Schläuche entwickelt, die mit wellengetriebenen Rückschlagventilen den Auftrieb von nährstoffreichem Tiefseewasser verstärken. Sie werden vertikal in Wasser gehängt. Doch das nach oben gespülte Tiefseewasser hat bereits eine recht hohe CO<sub>2</sub>-Konzentration, weshalb die zusätzliche Speicherung gering ausfällt. Mehr Potenzial hat die Eisendüngung. Man braucht weniger Dünger und kann ihn einfach von einem Schiff aus ins Meer kippen. Der Vorteil: Vor allem südlichen Ozean wird das Algenwachstum durch Eisen begrenzt. Schätzungen gehen davon aus, dass jedes Jahr rund 10 Prozent der heutigen CO<sub>2</sub>-Emissionen gebunden werden können.<br />
<strong> </strong></p>
<p>Eine weitere Möglichkeit, die CO<sub>2</sub>-Aufnahme der Meere zu erhöhen, ist die Auflösung von Kalk oder Silikatgestein. Dadurch wird das im Oberflächenwasser enthaltene Gas gebunden. Der Vorteil: Die beschleunigte Gesteinsverwitterung würde auch gleich die Versauerung der Ozeane senken. Der Nachteil: Man braucht unheimlich viel Gestein. Bergbau in der Größenordnung des Kohle-Abbaus wäre nötig, um genug Gesteinsstaub ins Meer werfen zu können.</p>
<p>Ohne Risiken und Nebenwirkungen ist keine der Methoden. Niemand weiß, wie die maritimen Ökosysteme auf das Doping reagieren. Auch wenn die Methode im Experiment funktioniert, die Folgen für die Umwelt sind nicht kalkulierbar. So könnte sich das Artenspektrum verändern und sogar tote Flecken auf dem Meeresgrund entstehen.</p>
<p><strong>Sonnenschirm für die Erde<br />
</strong>Neben dem Absaugen von CO<sub>2</sub> aus der Luft gibt es noch einen zweiten Ansatz, den Klimawandel aufzuhalten: Eine Sonnenbrille für die Erde. Weiß gestrichene Dächer, Spiegel im All und künstliche Wolkenbildung reflektieren die Sonne und bremsen die Erwärmung der Atmosphäre. So hat Nobelpreisträger Paul Crutzen beispielsweise vorgeschlagen, feinste Schwefelpartikel in 10 bis 50 Kilometer Höhe in die Atmosphäre zu pusten, um das Sonnenlicht zu dämpfen. Die Idee kam Crutzen nach dem Ausbruch des Pinatubo-Vulkans auf den Philippinen. Über 20 Kilometer hoch flog die Aschewolke und die enthaltenen Schwefeldioxide oxidierten zu genau jenen kleinen Schwefeltröpfchen, die Crutzen nutzen will. Damals verteilten sich 20 Millionen Tonnen Material in der Stratosphäre und verdunkelten den Himmel nur ein kleines bisschen. Die Temperatur sank weltweit um 0,5 Grad. Ohne Nebenwirkungen war das allerdings nicht: Die Ozonschicht schrumpfte deutlich schneller.<br />
<strong></strong></p>
<p>Futuristischer erscheint die Idee, im Weltall gigantische Spiegel zwischen Sonne und Erde zu positionieren. Der Sonnenschirm müsste ungefähr die Größe Manhattans haben. 1992 hat man die Kosten dafür grob geschätzt: Über 100 Milliarden Dollar für ein Prozent weniger Sonnenstrahlung. Eine ähnliche Idee hatte auch der Astronom Roger Angel von der University of Arizona: Er will eine Armada von hauchdünnen Siliziumscheiben, rund 16 Billionen, ins All schießen. Die 60 Zentimeter breiten Plättchen sollen in Päckchen zu je einer Million von zwei Kilometer langen Spezialkanonen abgeschossen werden. Um die beabsichtigte Schattenwirkung zu erzielen, müssten allerdings 20 solcher Kanonen zehn Jahre lang im Abstand von fünf Minuten die Päckchen ins All feuern.</p>
<p><strong>Sprühdusche<br />
</strong>Die Erde ein bisschen weißer machen, damit sie mehr Sonnenstrahlung reflektiert, ist ein weiterer Vorschlag der Klima-Klempner. Diskutiert wird, alle Häuserdächer weiß zu streichen, Pflanzen anzubauen, die mehr Sonne reflektieren oder große Reflektoren in der Wüste aufzustellen. Vor allem letzteres wäre sehr effektiv, allerdings sind Material, Aufbau und Wartung sehr teuer. Der US-Atmosphärenphysiker John Latham und sein britischer Kollege Stephen Salter von der University of Edinburgh haben noch eine weitere Idee: Sie wollen mit künstlich über dem Meer verstärkten Wolken das Rückstrahlungsvermögen der Erde erhöhen. Latham und sein Kollege wollen die Wolken weißer machen, indem sie die Zahl der Wassertropfen in Stratocumulus-Wolken um 10 Prozent erhöhen. Mit  tausenden von Spezialschiffen wollen sie Meerwasser mit feinen Düsen versprühen.<br />
<strong></strong></p>
<p>Für all diese Notoperationen gilt: Der Ausgang ist ungewiss. Man kann die Auswirkungen nicht genauer berechnen als die Konsequenzen des CO<sub>2</sub>-Anstiegs. Und es besteht die Gefahr, dass die Motivation sinkt, den CO<sub>2</sub>-Ausstoß zu verringern. Womöglich würde man am Ende bei viel CO<sub>2</sub> und viel Geoengineering landen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.cleantech-magazin.de/2010/12/15/das-notfallprogramm/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der Frischluft-Fonds</title>
		<link>http://www.cleantech-magazin.de/2010/12/15/der-frischluft-fonds/</link>
		<comments>http://www.cleantech-magazin.de/2010/12/15/der-frischluft-fonds/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 15 Dec 2010 16:02:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CTM-Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[CO2]]></category>
		<category><![CDATA[Fonds]]></category>
		<category><![CDATA[Kohlendioxid]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.cleantech-magazin.de/?p=289</guid>
		<description><![CDATA[70 bis 80 Prozent weniger Treibhausgase als die Konkurrenz stößt das Portfolio des Bilku 1 Carbon Efficient Bond aus. Dass das auch frischen Wind in die Rendite bringt, muss der Firmenanleihenfonds noch beweisen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>70 bis 80 Prozent weniger Treibhausgase als die Konkurrenz stößt das Portfolio des Bilku 1 Carbon Efficient Bond aus. Dass das auch frischen Wind in die Rendite bringt, muss der Firmenanleihenfonds noch beweisen</strong></p>
<p>Mit einem einzigen Fonds so viel CO<sub>2</sub> sparen wie die Bundesregierung bis 2050. Der Bilku 1 Carbon Efficient Bond macht es möglich. Das Portfolio des Firmenanleihenfonds stößt 70 bis 80 Prozent weniger Treibhausgase aus als Indizes oder andere konventionell verwaltete Fonds.</p>
<p>Wie das geht? Fondsberater Elan Capital-Partners kauft für den Bilku 1 Carbon Efficient Bond verzinsliche Wertpapiere von internationalen Unternehmen, die im Vergleich zu ihren Branchenkonkurrenten überdurchschnittlich energieeffizient und damit co<sub>2</sub>-sparend arbeiten. Keine Branche, kein Land ist dabei ausgeschlossen. Die Elan-Berater müssen sich an keinen Vergleichsindex halten.</p>
<p>Grundlage für die Titelauswahl sind die Analysen von Trucost. Trucost, 2000 in London gegründet, hat eine der umfassendsten Umweltdatenbanken im Unternehmensbereich. Analysiert werden rund 4.000 Unternehmen weltweit. Mit Hilfe des von Trucost berechneten CO2-Fußabdrucks, gemessen in Tonnen CO<sub>2</sub> pro Million Dollar Umsatz, können Branchenkonkurrenten verglichen und die Entwicklung des jeweiligen Unternehmens in Sachen CO<sub>2</sub>-Vermeidung sichtbar gemacht werden.</p>
<p>Die Elan-Berater filtern daraus im ersten Schritt diejenigen Unternehmen heraus, die liquide Anleihen haben. Bevorzugt werden Papiere mit hoher Bonität (Investment Grade). Zugelassen werden nur Emittenten, deren CO<sub>2</sub>-Fußabdruck mindestens 50 Prozent unter dem jeweiligen Branchendurchschnitt liegt. In die engere Wahl kommen auch Unternehmen, die mit ihren Erlösen ausschließlich ihre CO<sub>2 </sub>-Emissionen senken oder, die im Jahresvergleich den Ausstoß von Treibhausgasen in ihrer Branche prozentual am stärksten gesenkt haben.</p>
<p>Für die Performance gab es noch keinen Luftstoß, allerdings ist der Fonds auch erst seit Juli 2010 auf dem Markt. Mit einem Minus von 1,41 Prozent seit Auflegung liegt der Bilku 1 Carbon Efficient Bond nach dem ersten Halbjahr hinter dem Durchschnitt weltweit investierender Unternehmensanleihenfonds (4,79 Prozent). Auf mittlere und längere Sicht erwarten die Elan-Berater durch die weitgehende Vermeidung von Klimarisiken und die Konzentration auf innovative, klimafreundliche Emittenten jedoch eine Outperformance gegenüber Konkurrenzfonds.</p>
<p>„Die Unternehmensphilosophie und das wirtschaftliche Handeln dieser Unternehmen sind auf Nachhaltigkeit und Schonung der Umwelt ausgerichtet“, heißt es von Elan.<strong> </strong>„Da wir in Zukunft mit einer weiteren Verschärfung der Umweltgesetzgebung rechnen, haben diese Gesellschaften deutliche Vorteile gegenüber der Branchenkonkurrenz.“</p>
<p>&gt;&gt;<strong> Bilku 1 Carbon Efficient Bond </strong></p>
<p><strong>WKN: </strong>A1CSKF<strong></strong></p>
<p><strong>Auflage: </strong>05. Juli 2010</p>
<p><strong>Fondsgesellschaft:</strong> Bayern Invest Luxembourg</p>
<p><strong>Fondsberater:</strong> Elan Capital-Partners</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.cleantech-magazin.de/2010/12/15/der-frischluft-fonds/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Wegwerfgesellschaft</title>
		<link>http://www.cleantech-magazin.de/2010/12/15/die-wegwerfgesellschaft/</link>
		<comments>http://www.cleantech-magazin.de/2010/12/15/die-wegwerfgesellschaft/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 15 Dec 2010 15:55:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CTM-Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Investments]]></category>
		<category><![CDATA[Co2-Zertifikate]]></category>
		<category><![CDATA[The Compensators]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.cleantech-magazin.de/?p=282</guid>
		<description><![CDATA[Klimaschutz zum Selbermachen. Der Verein „The Compensators“ kauft CO2-Zertifikate und vernichtet sie. Das erspart der Atmosphäre viele Tonnen Treibhausgas
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Klimaschutz zum Selbermachen. Der Verein „The Compensators“ kauft CO<sub>2</sub>-Zertifikate und vernichtet sie. Das erspart der Atmosphäre viele Tonnen Treibhausgas</strong></p>
<p>Der erste Versuch scheiterte: „Wir sind einfach zu einer Bank gegangen und wollten für zwei Tonnen CO<sub>2</sub>-Verschmutzungsrechte kaufen“, erzählt Arnim Haas, „die Banker waren damit völlig überfordert“. Das Handelssystem für CO2-Zertifikate ist für Großemittenten gedacht, „da können Sie 20.000 Tonnen kaufen, aber keine zwei Tonnen“, erklärt der Wirtschaftswissenschaftler vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK).</p>
<p>2006 gründete Haas mit ein paar Kollegen den Verein „The Compensators“,  unabhängig vom PIK. Weil der Verein mit befreundeten Emissionshändlern zusammenarbeitet, kann er auch für kleine Mengen CO<sub>2</sub> Emissionsrechte kaufen. Wie funktioniert die Wegwerfgesellschaft?<strong> </strong>Die Fördermitglieder<strong> </strong>zahlen jeden Monat einen Beitrag in der Höhe eines Emissionszertifikats oder der Verein bekommt Spenden. „The Compensators“ spart dann so lange, bis genug Geld zusammen ist, um Emissionsrechte beim Händler zu bestellen.<strong> </strong></p>
<p>Von 70 Prozent des Geldes werden Emissionszertifikate gekauft, der Rest fließt in die Arbeit von „The Compensators“. Der Händler überweist die Emissionsrechte dann auf das Emissionshandelskonto des Vereins, der sie auf seinem Konto löscht und dafür eine Bestätigung von der Registrierungsstelle bekommt. Das Ziel: Die verfügbaren Emissionsberechtigungen verknappen und so den Preis für Klimakiller in die Höhe treiben.</p>
<p>Der Verein schickt den Spendern eine Urkunde, die Auskunft über die Menge der von ihnen stillgelegten Emissionszertifikate gibt. Man kann sich die Registriernummer des gelöschten Zertifikates aber auch auf ein Schmuckstück gravieren lassen.</p>
<p><strong>&gt;&gt; www.thecompensators.org</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.cleantech-magazin.de/2010/12/15/die-wegwerfgesellschaft/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>„Wir machen nur Produkte, die auch meine Mutter kaufen würde“</title>
		<link>http://www.cleantech-magazin.de/2010/09/15/%e2%80%9ewir-machen-nur-produkte-die-auch-meine-mutter-kaufen-wurde%e2%80%9c/</link>
		<comments>http://www.cleantech-magazin.de/2010/09/15/%e2%80%9ewir-machen-nur-produkte-die-auch-meine-mutter-kaufen-wurde%e2%80%9c/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 15 Sep 2010 10:26:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CTM-Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Investments]]></category>
		<category><![CDATA[Krinner]]></category>
		<category><![CDATA[Nordcapital]]></category>
		<category><![CDATA[Solarfonds]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.cleantech-magazin.de/?p=270</guid>
		<description><![CDATA[Was haben ein Erfinder aus dem bayrischen Straßkirchen, der Modulhersteller Q-Cells und das Emissionshaus Nordcapital gemeinsam? ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Was haben ein Erfinder aus dem bayrischen Straßkirchen, der Modulhersteller Q-Cells und das Emissionshaus Nordcapital gemeinsam? Sie haben den größten kristallinen Solarpark Deutschlands ermöglicht. </strong><strong>Das Cleantech Magazin sprach mit Wolfgang Wetzel, Geschäftsführer von Nordcapital New Energy, über den Start im Solarmarkt des eigentlich für seine Schiffsfonds bekannten Emissionshauses</strong></p>
<p><strong><br />
Cleantech Magazin:</strong> <strong>Herr Wetzel, der Landwirt Klaus Krinner aus Straßkirchen hat nicht nur den praktischen Christbaumständer erfunden, sondern er gilt auch als ungekrönter Sonnenkönig Bayerns. Er ist der Vater des größten kristallinen Solarparks Deutschlands, den Nordcapital mit seinem ersten Solarfonds finanziert. Wie kam es zu dieser Verbindung?</strong></p>
<p><strong>Wolfgang Wetzel: </strong>Den Solarpark haben wir zwar nicht direkt von Herrn Krinner gekauft, aber es ist richtig, dass er ihn zusammen mit einem Projektentwickler maßgeblich angeschoben hat. Dann wurde er aber an den Modulhersteller Q-Cells verkauft, der den Park aufgebaut hat und heute auch das technische Management betreibt. Herr Krinner ist heute noch immer der größte Verpächter des Fonds, denn die Anlage steht zu einem Großteil auf seinem Land.</p>
<p><strong>Und Q-Cells hat dann bei Ihnen an die Tür geklopft?</strong></p>
<p>Genau, der Solarpark wurde uns aus dem Q-Cells-Vorstand heraus angeboten. Ich bin seit über zehn Jahren im Markt für erneuerbare Energien unterwegs und habe ein enges Netzwerk in der Branche aufgebaut, darunter auch zu Vorständen von Solarunternehmen.</p>
<p><strong>Warum ist Nordcapital dann erst im vergangenen Jahr in den Solarmarkt eingestiegen?</strong></p>
<p>Uns waren die Preise vorher einfach zu hoch. Der Solarmarkt war vollkommen Nachfragegetrieben. Projektentwickler und Modulhersteller konnten die Parks für sich optimiert zu Höchstpreisen verkaufen. Es herrschte Goldgräberstimmung. Als wir vor vier Jahren den Bereich New Energy aufgebaut haben, mussten wir den Solarmarkt darum erst einmal ausblenden. Für den Anleger wäre hier nichts übriggeblieben.</p>
<p><strong>Aber jetzt bleibt etwas übrig.</strong></p>
<p>Vor eineinhalb Jahren hat sich der Markt normalisiert. Die Nachfrage ist nicht mehr so exorbitant hoch. Darum haben wir wieder angefangen, uns Projekte anzuschauen. Unsere Ansprüche sind allerdings sehr hoch. Selbst wenn sie wirtschaftlich sind, fallen die meisten Projekte durch unser Raster.</p>
<p><strong>Warum?</strong></p>
<p>Bei Nordcapital muss alles erste Qualität sein: die Module, die Wechselrichter, die Projektentwickler. Außerdem sollte das Projekt eine Größenordnung haben, mit der wir am Markt wahrgenommen werden.</p>
<p><strong>Das haben Sie mit knapp 200 Fußballfeldern voller Solarmodule auf jeden Fall geschafft. Warum ist der Straßkirchener Solarpark nicht durchs Raster gefallen?</strong></p>
<p>Weil alles stimmt: Die Lage, die Technik, der Projektierer. Die Firma Q-Cells hat bewiesen, dass sie nicht nur gute Module bauen kann, sondern dass sie auch weiß, an welchen Stellen sie ihren Käufern entgegenkommen muss.</p>
<p><strong>Wo denn zum Beispiel?</strong></p>
<p>Vor allem im Garantie- und Gewährleistungsbereich. So haben wir eine garantierte Performance-Ratio von 98 Prozent. Das ist einmalig im Markt. Der Durchschnitt liegt zwischen 70 und 90 Prozent. Damit sind wir fast komplett abgesichert, dass die Anlage den geplanten Stromertrag auch tatsächlich liefert.</p>
<p><strong>Nicht entgegengekommen ist ihnen Herr Krinner bei der Forderung, den Sitz des Solarfonds nach Straßkirchen zu verlegen, damit die Gewerbesteuer an seine Heimatgemeinde geht. Das war kein Problem?</strong></p>
<p>Nein, denn das Projekt insgesamt stimmt.</p>
<p><strong>War der Nordcapital Solarfonds 1 eine einmalige Gelegenheit, oder kommt bald die Nummer 2?</strong></p>
<p>Wir sind laufend auf der Suche nach neuen Projekten. Wir haben noch viele Anleger in der Warteschleife, die trotz des enormen Volumens bei unserem ersten Solarfonds zu kurz gekommen sind. Noch haben wir allerdings nichts Passendes gefunden.</p>
<p><strong>Wo ist das Problem?</strong></p>
<p>Manche Modulproduzenten, Projektierer und Anlagenverkäufer haben noch nicht ganz gemerkt, was die Uhr schlägt und haben unrealistische Preisvorstellungen. Das werden sie in den kommenden Monaten schmerzhaft zu spüren bekommen.</p>
<p><strong>Warum?</strong></p>
<p>Der Markt wird sich noch in diesem Jahr konsolidieren, davon bin ich überzeugt.</p>
<p><strong>Wo finden Sie dann überhaupt noch attraktive Solaranlagen, in Europa oder Asien?</strong></p>
<p>Außerhalb Zentraleuropas wird es schwierig. Der Solarmarkt ist sehr bankengetrieben, eine Finanzierung zu bekommen, ist kein Selbstgänger mehr. Mein Motto ist außerdem: Wir machen nur Produkte, die auch meine 81-jährige Mutter kaufen würde. Wenn ich ihr ein Projekt vor ihrer Haustür vorstelle, klingt das für sie nachvollziehbar. Liegt es in Südkorea, sagt sie‚ nee, das ist so weit weg, da habe ich kein Interesse dran‘. Unser Schwerpunkt liegt darum in Deutschland, Italien und Frankreich.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.cleantech-magazin.de/2010/09/15/%e2%80%9ewir-machen-nur-produkte-die-auch-meine-mutter-kaufen-wurde%e2%80%9c/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

