Für die Tonne gemacht

Für die Tonne gemacht

Veröffentlicht am 15. Mrz, 2011 von CTM-Redaktion in Allgemein, Technologien

Nur wenn immer wieder Neues gekauft wird, läuft die Wirtschaft. Langlebige Produkte sind Wachstumsbremsen. Viele Firmen lassen ihre Produkte darum absichtlich schneller altern oder werben für angeblich Innovatives  

Offiziell hat es nie existiert. Das Phoebus-Kartell, ein Zusammenschluss der Glühlampenhersteller General Electric, Osram, Philips, Tungsram, Compagnie des Lampes und Associated Electrical Industries, der Anfang des 20. Jahrhunderts die Glühbirnenproduktion steuerte. Eine der ersten Absprachen war, die Lebensdauer einer Glühlampe auf 1.000 Stunden zu begrenzen. In einigen Ländern musste die Lebensdauer der Lampen daraufhin drastisch gesenkt werden. Gleichzeitig wurden die Preise der Glühlampen erhöht, da es keine Konkurrenz gab, die bessere Produkte hätte liefern können.

Die Glühbirne, bis heute kein Produkt für die Ewigkeit, ist eines der ersten Beispiele für den Verschleiß, der Teil einer Produktstrategie wird. Bei der Herstellung werden bewusst Schwachstellen eingebaut oder Rohstoffe schlechter Qualität eingesetzt. Das Produkt wird dadurch schnell schad- oder fehlerhaft, kann nicht mehr in vollem Umfang genutzt und muss ersetzt werden. Geplanter Verschleiß oder geplante Obsoleszenz nennt man das.

Geplanter Verschleiß

Als ein weiteres Beispiel der ersten Stunde des „geplanten Verschleißes“ gilt ein Auto: der 1923er Chevrolet von General Motors (GM). Der Hintergrund: Seit 1908 wurde der US-Automarkt vom Ford T beherrscht. Er war billig, robust und so einfach gebaut, dass er sich leicht reparieren ließ. Doch sein Erfolg wurde, auch für Ford, zum Problem: 1920 hatten 55 Prozent aller US-amerikanischen Haushalte – praktisch alle, die es sich leisten konnten – ein Modell T, und so schnell brauchten sie kein neues.

GM wollte Ford Paroli bieten. Doch ein besseres Auto als den Ford T konnte man nicht bauen, also baute GM ein schöneres. Der 1923er Chevrolet ließ den Ford T wie einen Traktor aussehen. Doch damit nicht genug: GM führte die Jahreswagen ein. Jedes Jahr kam ein neues Modell auf den Markt, das die Chevys des Vorjahres alt aussehen ließ. Dadurch kauften die Menschen schneller als nötig ein neues Auto. Ford geriet in Bedrängnis.

Neue Dimensionen hat die Wegwerfgesellschaft mit der Elektronik erreicht. Geräte ohne austauschbare Akkus und Drucker, die nur eine vorher festgelegte Zahl von Seiten drucken, sind nur einige Beispiele. Pro Jahr müssen weltweit 300 Millionen Computer entsorgt werden. Das sind riesige Abfallberge. Bei der Entsorgung dieses Elektroschrotts entstehen große Mengen Schadstoffe, die die Gesundheit von Mensch und Tier gefährden. Apple steht dabei in der ersten Reihe. „Wenn Sie immer den neusten und besten haben wollen, müssen Sie mindestens einen iPod pro Jahr kaufen“, so Steve Jobs in einem Interview.

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  1. Geplante Obsoleszenz – Quantität vor Qualität | CleanEnergy-Project - 26. Okt, 2011

    [...] Weiterhin kann bei vielen elektronischen Geräten, zum Beispiel einem iPhone ein beschädigter Akku nicht ausgetauscht werden, folglich muss das ganze Gerät entsorgt [...]

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