Energie aus Plastik

Energie aus Plastik

Veröffentlicht am 15. Mrz, 2011 von CTM-Redaktion in Allgemein, Investments

Die Welt ein bisschen sauberer machen und dabei noch Geld verdienen. Der Öko-Energie Umweltfonds 1 will aus Kunststoffabfällen einen öligen Energieträger produzieren

Der Ölpreis wird weiter steigen, darüber sind sich die Experten einig. Unabhängig von den Unruhen in Libyen spricht der stetig steigende Energiebedarf für sich, vor allem von Indien und China, aber auch in den aufstrebenden lateinamerikanischen Staaten. Asiens Ölverbrauch soll bereits 2012 zwischen 42 und 46 Prozent des globalen Verbrauchs ausmachen. In 20 Jahren, so prophezeien Experten der Unternehmensberatung McKinsey, wird die Hälfte des weltweiten Ölverbrauchs auf Asien entfallen. In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Ölpreis bereits verdreifacht. Statt Öl teuer aus der Erde zu saugen, kann man es auch aus Kunststoffabfällen gewinnen. Genau das ist der Geschäftszweck des Öko-Energie Umweltfonds 1.
Im Detail: Aus verschiedenen schwer recyclefähigen Kunststoffabfällen mit einem energetischen Wirkungsgrad von 20 Prozent wird durch Thermolyse ein Produktöl vergleichbar mit Heizöl nach DIN-Vorschrift produziert. Es hat einen energetischen Wirkungsgrad von 95 Prozent. Aus 100 kg Kunststoffabfall entstehen mit Hilfe der sogenannten Syntrol-Anlagen rund 85 Liter Produktöl. Die erste kommerzielle Pilotanlage ist bereits 2005 in der Schweiz in Betrieb gegangen. Das erzeugte Öl wird anschließend wieder in den Energiekreislauf zurückgeführt.

>> Infografik: Öl aus Plastik

Das durch die Syntrol-Thermolyse gewonnene Produktöl kann in zwei Fraktionen aufgeteilt werden. Die große Fraktion entspricht in den chemischen und physikalischen Eigenschaften dem Heiz- oder Altöl. Die kleine Fraktion ist Benzin und Kerosin. Verfahrensbedingt wird zudem ein gewisser Anteil Koks produziert. Dieser Koks besitzt einen kohleähnlichen Heizwert und kann entsprechend industriell weiterverarbeitet werden. Als Abnehmer kommen beispielsweise Betreiber von Blockheizkraftwerken oder Produktionsfirmen, etwa Zementwerke infrage.

Rohstoff ist genug vorhanden: In Deutschland fallen pro Person rund 300 bis 500 Kilogramm Müll im Jahr an. Davon sind 7 bis 15 Prozent Plastikabfälle. In mediterranen Ländern kann der Anteil sogar auf bis zu 20 Prozent steigen. Insgesamt werden in Deutschland 18 Millionen Tonnen Kunststoffe pro Jahr produziert und auf den Markt gebracht. 4,5 Millionen Tonnen der Kunststoffabfälle gelangen in das Wertstoff-Recycling und die Müllverbrennung. Damit könnten rund 3 bis 5 Prozent des derzeitigen Rohölimportes in Deutschland ersetzt werden.

Die Zulieferung benötigter Abfallstoffe ist nicht konjunkturabhängig, der Markt ist konstant. Öffentliche Verwaltungen, Alten- und Pflegeheime, Krankenhäuser sowie Großwohnanlagen in der Umgebung des Mannheimer Standortes erzeugen mehr als genug Kunststoffabfall.

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