„Der Markt ist groß, aber nicht leicht investierbar“
Veröffentlicht am 15. Mrz, 2011 von CTM-Redaktion in Allgemein, Interviews, Investments
Müll und Moneten. Das Cleantech Magazin sprach mit Pieter Busscher, Manager des SAM Smart Materials (WKN: A0BL6T), 2010 einer der besten Cleantech-Fonds, über Recycling und Entsorgung als Investmentthema
Cleantech Magazin: Sie haben den Bereich Recycling und Entsorgung mit 10 Prozent gewichtet. Wann erhöhen Sie?
Pieter Busscher: Das kommt auf den Portfoliokontext an. Um in die Big Player auf diesem Markt zu investieren, etwa in Veolia, Waste Management oder Suez Environnement, muss ich pessimistischer werden, was die Entwicklung an den Börsen betrifft.
Warum?
Das sind keine Wachstumswerte, sondern eher defensive Titel. Sie verlieren auch in einer Krise nicht stark und liefern eine gute Dividendenrendite von 5 bis 6 Prozent. Mehr aber auch nicht.
Sie sind aber optimistisch. Warum kaufen Sie nicht Wachstumstitel?
Insgesamt ist der Markt für Recycling und Entsorgung zwar recht groß, aber die meisten Firmen sind in privater oder öffentlicher Hand und nicht an der Börse notiert. Der Markt ist nicht so leicht investierbar.
Wo finden Sie dann überhaupt Wachstumstitel?
Vor allem in Asien und den Schwellenländern. Die Wirtschaft dort wächst rasant und der Müllberg wächst mit. Zudem ändert sich die Zusammensetzung des Abfalls, weil sich die Menschen immer mehr leisten können. Der Brennwert des Mülls steigt, damit wird er für die Strom- und Wärmeproduktion immer interessanter.
Wo ist das Problem?
Trotz großem Wachstum können die Unternehmen auch leicht in Probleme geraten. Attraktiv finden wir darum Firmen wie China Everbright. Deren Muttergesellschaft ist eine Bank, die dem Staat gehört. Da haben wir schon mal größere Sicherheit.

