Woher nehmen wir nur die Energie?
Veröffentlicht am 15. Sep, 2010 von CTM-Redaktion in Allgemein, Technologien
Warum Solarenergie die Zukunft gehört
Der Solarindustrie geht es trotz einzelner Dämpfer noch immer prächtig. Die Wirtschaftskrise ist zwar auch an den Anbietern von Solarenergie nicht spurlos vorbei gegangen. Dennoch boomt der Weltmarkt weiter. Immer mehr Länder setzen verstärkt auf die Kraft der Sonne, insbesondere jene mit hohen Sonnenstunden, etwa in Südeuropa, Nordafrika oder auch den USA.
Auch in Deutschland hat die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen explosionsartig zugenommen, dadurch haben sich die Vergütungen und die Umlage auf den Strompreis deutlich erhöht. Zeitgleich sind die Kosten massiv gesunken, sodass eine Anpassung der Vergütungssätze wichtig war. Deutschland wird sicherlich nicht das „Sonnenland Nr. 1“ werden, dennoch ist Deutschland als Anbieter hoch innovativer Technologien auch im Solar-Bereich weltweit gefragt.
Dabei sind nicht nur dezentrale Photovoltaikanlagen gefragt, die Energie für Gebäude liefern können. Vor allem Solar-Großprojekte wie beispielsweise Desertec – die Idee, Europa mit Solarstrom aus der Sahara zu versorgen – werden in den kommenden Jahrzehnten an Bedeutung gewinnen. Große Sonnenprojekte , welche auf solarthermische Anlagen setzen, die eine große Menge an Energie erzeugen, sind zwar Generationenprojekte. Das Interesse großer Unternehmen ist dennoch sehr groß.
Der Solarenergie gehört im Wesentlichen aus drei Gründen die Zukunft:
- Versorgungssicherheit. Fossile Energien werden knapper und teurer und sind in nur in wenigen Regionen der Welt verteilt. Schon heute sind wir in Europa zu über 80 Prozent von Energieimporten abhängig, Öl importieren wir zu knapp 100 Prozent. Den Großteil davon beziehen wir aus Norwegen und Russland, doch dort gehen die Reserven schnell zur Neige. Somit konzentrieren sich künftig die Öl- und auch Gasreserven in wenigen Regionen in der Welt- mit nicht unbedingt ausgeprägter politischer Stabilität. Die heimische dezentral erzeugte Energie kann einen wertvollen Beitrag leisten, die Versorgungssicherheit zu stärken.
- Klimaschutz: Die Verbrennung fossiler Energie verursacht klimagefährliche Treibhausgase. Wir müssen zukünftig unseren Strom in erster Linie klimaschonend produzieren. Erneuerbare Energien haben den Vorteil, dass sie keine Treibhausgase produzieren. Die Sonnenenergie hat das größte energetische Potenzial.
- Wirtschaftlichkeit: Zwar sind erneuerbare Energien heute noch vergleichsweise teuer, mit steigenden Öl- und Energiepreisen und einem wachsenden Weltmarkt für Ökostrom werden sie aber immer preiswerter. Gewiss muss man zu Beginn viel Geld bereitstellen, um eine neue Technik marktreif einzusetzen, allerdings kann man davon ausgehen, dass auch der technologische Fortschritt die Solartechnik effizienter und preiswerter machen wird. In der Zukunft wird dies mit der Sonnenenergie durchaus möglich sein, und gerade in Regionen mit hohen Sonnenstunden pro Tag kann sich die Solarstromerzeugung tatsächlich rechnen.
Die Solarbranche ist die Zukunftsbranche, sie schafft einen Wettbewerbsvorteil, Arbeitsplätze und technologischen Fortschritt. Zudem löst sie langfristig das Energieproblem. Sicherlich wird man global die Energieversorgung nicht sehr rasch komplett auf Solarenergie umstellen können. Mittel- bis langfristig wird dies jedoch möglich sein. Und genau darauf kommt es an.
Autor: Claudia Kemfert, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung

