Solaranlage light

Solaranlage light

Veröffentlicht am 15. Sep, 2010 von CTM-Redaktion in Allgemein, Technologien

Die Berliner Firma Solon hat eine leichte Solaranlage für Industriedächer entwickelt. Das Besondere: Statt Dünnschichttechnologie kommen hocheffiziente Siliziumzellen zum Einsatz

In Deutschland befinden sich die meisten Solaranlagen auf Dächern von Einfamilienhäusern. Dachflächen von Industriehallen eignen sich allerdings weitaus besser dafür. Sie sind in der Regel ungenutzt und verschattungsarm. Das Problem: Übergewicht. Die in diesem Bereich typischen Leichtbaudächer haben nur geringe Lastreserven und können die üblicherweise auf ein Untergestell montierten Solaranlagen meist nicht tragen.

Die Lösung: Das Lightweight-System von Solon. Die Laminate der Anlage werden ohne Unterkonstruktion direkt auf das Hallendach geklebt. Sie sind rahmenlos und die Stärke des Frontglases ist gegenüber marktüblichen Standardmodulen deutlich geringer. Mit einem Gewicht von 8,5 Kilogramm pro Quadratmeter ist das Gesamtsystem sehr viel leichter als herkömmliche Solarsysteme. 

Klebeverbindungen gehören heute zwar längst zum Alltag, etwa bei Fenstern von ICE-Zügen oder Glasfassaden von Hochhäusern, in der Solartechnik wurden sie bisher jedoch noch nicht genutzt. Bei der Entwicklung des neuartigen Montageverfahrens arbeitete Solon darum eng mit dem erfahrenen Klebstoffhersteller Sika zusammen. Garantien beider Unternehmen auf Systemleistung und Klebeverbindung (jeweils 20 Jahre) und die Einspeisevergütung (ebenfalls 20 Jahre) sichern den Betreiber eines Lightweight Systems ab. 

Industriedächer – Wachstumsmarkt für Photovoltaikanlagen
Mit dem Lightweight-System stößt Solon in ein Marktsegment vor, das bisher vor allem Dünnschichtmodulen vorbehalten war, die konstruktionsbedingt leichter sind als kristalline Module. Die Kehrseite der Dünnschichttechnologie ist, dass die Zellen über einen vergleichsweise geringen Wirkungsgrad im einstelligen Prozentbereich verfügen und entsprechend weniger Strom erzeugen.

Bei Lightweight hingegen kommen besonders leistungsfähige monokristalline Siliziumzellen zum Einsatz. Die Lightweight-Laminate erreichen damit einen hohen Wirkungsgrad von bis zu 14,5 Prozent. Das System ist auf diese Weise nicht nur in der Lage, die Leistungseinbußen durch die nahezu dachparallele Montage zu kompensieren, sondern erwirtschaftet noch erheblich höhere Erträge und damit eine höhere Rendite als eine Dünnschichtanlage auf der gleichen Fläche.

Für das Solon-Fliegengewicht bedeutet das sonnige Aussichten: Allein in Deutschland gibt es rund 300 Millionen Quadratmeter Hallendächer. Rund 45 Millionen Quadratmeter davon sind Trapezdächer mit geringen Lastreserven, also ideale Flächen für leichte und leistungsfähige Dachsysteme wie das Solon Lightweight.

Autor: Lars Podlowski, Technikvorstand Solon SE

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